Stille im Lärm: Wie Apnoe dein Gerätetauchen verbessert
Der Atemregler ist nicht deine Lunge. Die Flasche ist nicht dein Atem. Erfahre, wie die Stille des Freitauchens dein Gerätetauchen in eine Meditation aus Effizienz und Anmut verwandelt.

Du sinkst hinab. Ich höre dich, bevor ich dich sehe.
Zischen. Blubbern. Zischen. Blubbern.
Der Rhythmus der Maschine.
In Okinawa ist das Wasser klar genug, um die Seele eines Tauchers zu sehen. Ich beobachte Gerätetaucher oft. Sie wirken wie Astronauten. Schwer. Überladen. Umgeben von Schläuchen und Metall. Sie kämpfen gegen das Wasser. Sie treten hart mit den Flossen. Ihre Hände fuchteln umher. Sie verbrauchen Luft, wie ein Feuer Holz verzehrt.
Ich bin Freitaucher. Ich trage nur einen Neoprenanzug, eine Maske, lange Flossen. Ich habe einen einzigen Atemzug. Dieser Atemzug ist ein Geschenk.
Viele Gerätetaucher fragen mich: „Hiroshi, wie bleibst du so lange unten? Warum bist du so ruhig?“
Sie glauben, es seien zwei verschiedene Welten. Sie irren sich. Der Ozean ist eins.
Wenn du mit einer Flasche tauchst, solltest du den Weg der leeren Lunge lernen. Das Üben von Apnoe, dem Freitauchen, wird dich nicht nur zu einem besseren Schwimmer machen. Es wird verändern, wie du das Meer berührst. Es wird deine Grundzeit verdoppeln. Es wird dich still werden lassen.
Die schwere Lunge vs. Die wahre Lunge
Gerätetaucher vertrauen dem Atemregler. Sie beißen auf das Mundstück aus Gummi. Sie saugen Luft ein. Sie blasen Luft aus. Es ist mechanisch.
Weil die Luft unbegrenzt ist (bis sie es nicht mehr ist), atmest du, ohne nachzudenken. Oft atmest du mit dem Brustkorb. Kurze, flache Atemzüge. Dies ist der Atem des Stresses. Dies ist der Atem des Büroangestellten, der dem Zug hinterherläuft.
Wenn du mit der Brust atmest, benutzt du die Zwischenrippenmuskulatur. Es kostet Energie. Es hält die Herzfrequenz hoch. Dein Finimeter sinkt schnell. Du starrst darauf. Du sorgst dich. Du atmest schneller. Die Nadel sinkt noch schneller.
Es ist ein Kreislauf der Verschwendung.
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Beim Freitauchen benutzen wir das Zwerchfell.
Dies ist der Muskel des Friedens. Er sitzt unter der Lunge. Wenn wir einatmen, weitet sich der Bauch. Die Brust bewegt sich nicht. Die Schultern heben sich nicht.
Versuche es jetzt. Setz dich hin. Lege eine Hand auf deinen Bauch. Atme ein. Schiebe deine Hand mit dem Bauch nach außen. Atme aus. Lass die Hand sinken.
So atmet ein Baby. So atmet die Dünung des Ozeans.
Wenn ein Gerätetaucher diese Zwerchfellatmung lernt, geschieht Magie.
- Gasaustausch: Du ziehst die Luft tief in den unteren Teil der Lunge. Dort wartet das Blut. Du erhältst mehr Sauerstoff mit weniger Anstrengung.
- Ruhiges Herz: Diese Bewegung sendet Signale an den Vagusnerv. Er sagt dem Gehirn: „Wir sind sicher.“ Das Herz wird langsamer.
- Verbrauch: Deine SAC-Rate (Surface Air Consumption) verbessert sich. Du bist nicht mehr derjenige, der nach 30 Minuten auftauchen muss. Du bleibst 60 Minuten. Du siehst mehr Fische.
Wasser sein, nicht Stein
Ich beobachte die Haltung der Flaschentaucher. Viele sind vertikal. Wie Seepferdchen.
Sie haben zu viel Blei am Gurt. Ihr Tarierjacket ist aufgeblasen. Ihre Füße hängen nach unten. Sie treten zu, und das Wasser drückt sie nach oben, obwohl sie vorwärts wollen. Es ist ein Kampf.
Freitauchen ist die Kunst der Stromlinienform. Wir nennen es Hydrodynamik (hydrodynamics). Wir müssen ein Pfeil sein. Wenn wir kein Pfeil sind, hält uns das Wasser auf. Uns geht der Sauerstoff aus.
Wir lernen, das Kinn einzuziehen. Wir lernen, die Flossen im Schatten des Körpers zu halten. Wir gleiten.
Wenn du dies auf das Gerätetauchen überträgst, hörst du auf, mit den Händen zu schwimmen. Bitte. Hör auf, mit deinen Händen zu schwimmen. Es erschreckt die Fische. Es verschwendet Energie.
Ein Freitaucher lernt „Flossengefühl“. Du spürst das Wasser auf dem Blatt. Du trittst nicht schnell zu. Du trittst weit aus. Langsam. Die Kraft kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Knie.
Wenn du dich so mit einer Flasche bewegst, störst du nichts. Der Sand wirbelt nicht auf. Die Sicht bleibt klar. Du wirkst elegant. Du wirkst, als gehörst du hierher.
Das mentale Spiel: Das CO2 annehmen
In der Tiefe ist die Panik der Feind.
Für einen Gerätetaucher entsteht Panik meist durch Überanstrengung. Du schwimmst gegen eine Strömung. Du atmest schwer. Der Atemregler kann dir die Luft nicht schnell genug geben. Du hast das Gefühl, zu ersticken. Du schießt an die Oberfläche. Das ist gefährlich.
Dieses Gefühl ist kein Mangel an Sauerstoff. Es ist die Ansammlung von CO2.
Freitaucher kennen dieses Gefühl genau. Wir trainieren dafür. Wir nennen es den „Atemreiz“. Er ist warm. Er ist unangenehm. Aber er ist kein Befehl. Er ist ein Vorschlag.
Das Training der Apnoe lehrt dich, hohes CO2 zu tolerieren. Du lernst, dass Unbehagen nur eine Empfindung ist. Du musst nicht reagieren.
Stell dir vor, du bist mit einer Flasche auf 30 Metern. Eine Strömung trifft dich. Dein Herz beginnt schnell zu schlagen.
- Dein altes Ich: Panik. Saugt Luft. Hyperventiliert.
- Dein Freitaucher-Ich: Erkennt das Gefühl. „Hallo, CO2.“ Du hörst auf zu treten. Du konzentrierst dich auf das Zwerchfell. Du machst eine langsame, lange Ausatmung. Du gewinnst die Kontrolle zurück.
Der Geist wird still.
Vergleich der Denkweisen
So verändert sich der Geist, wenn du lernst, den Atem anzuhalten.
| Merkmal | Typischer Gerätetaucher | Gerätetaucher mit Apnoe-Training |
|---|---|---|
| Atmung | Brust / flach / rhythmisch | Zwerchfell / tief / langsam |
| Reaktion auf Stress | „Ich brauche sofort mehr Luft“ | „Ich muss langsamer werden und ausatmen“ |
| Bewegung | Ständige Anpassungen, Einsatz der Hände | Gleiten, Fokus auf die Wasserlage (trim) |
| Bewusstsein | Fokus auf Ausrüstung und Instrumente | Fokus auf Empfindung und Umgebung |
| Luftverbrauch | Hoch (Der „Spritfresser“) | Niedrig (Der „Zen-Meister“) |
Eine Warnung, in Stickstoff geschrieben
Ich muss über Sicherheit sprechen. Der Ozean gibt, aber er nimmt auch.
Du musst die Physik verstehen.
Beim Gerätetauchen atmest du komprimierte Luft. Stickstoff löst sich in deinem Gewebe auf. Wie Zucker in heißem Tee. Dein Blut wird schwer vor Gas.
Beim Freitauchen hältst du den Atem an. Du gehst schnell runter. Du kommst schnell hoch.
Tauche niemals frei nach dem Gerätetauchen.
Dies ist die goldene Regel. Es ist kein Vorschlag. Es ist das Leben.
Wenn du Stickstoff von einem Flaschentauchgang im Blut hast und dann den Atem anhältst und erneut abtauchst, komprimiert der Druck diese Mikroblasen. Sie werden klein genug, um die Filter der Lunge zu passieren. Sie gelangen in die Arterien.
Dann tauchst du auf. Der Druck sinkt. Die Blasen dehnen sich aus. Massive Ausdehnung.
Dies ist die Dekompressionskrankheit (Decompression Sickness, DCS). Die Taucherkrankheit.
Sie verursacht Lähmungen. Sie verursacht den Tod. Sie verursacht Schmerzen in den Gelenken, die sich wie Schreie anfühlen.
Das Sicherheitsintervall
Du musst die Zeit respektieren.
- Nach einem Flaschentauchgang: Warte mindestens 12 Stunden, bevor du freitauchst.
- Nach zwei Flaschentauchgängen: Warte mindestens 18 Stunden.
- Besser: Warte 24 Stunden.
Nutze diese Zeit, um am Ufer zu meditieren. Beobachte, wie die Sonne in der blauen Leere versinkt. Reinige deine Ausrüstung. Iss gut. Schlafe.
Lass den Stickstoff aus dir weichen. Eile nicht zurück. Der Ozean wird warten.
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Die Übung an Land
Du brauchst keine nassen Haare, um damit zu beginnen.
Übe Apnoe-Tabellen auf deinem Sofa. Lade eine App herunter. Es ist einfach.
- CO2-Tabelle: Kurze Pausen. Lehrt dich, mit dem Atemreiz umzugehen.
- O2-Tabelle: Langes Halten. Lehrt dich Entspannung.
Tu dies dreimal pro Woche.
Wenn du das nächste Mal das Jacket und die schwere Flasche anlegst, schließe für einen Moment die Augen. Finde das Zwerchfell.
Sink hinab.
Sei keine Maschine. Sei ein Fisch, der zufällig eine Flasche trägt.
Atme langsam. Bewege dich langsam.
Wenn du aufhörst, Lärm zu machen, spricht der Ozean zu dir.
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