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Santiago De La Cruz

Hör auf, den Ozean zu trinken! 3 Wege, das Ausblasen der Maske zu Hause zu üben

Das Ausblasen der Maske ist der Hauptgrund für Panik bei Tauchanfängern. Hör auf, deiner Ausrüstung die Schuld zu geben. Tatay Santiago erklärt, warum du würgst und wie du es mit einem einfachen Wassereimer behebst.

Hör auf, den Ozean zu trinken! 3 Wege, das Ausblasen der Maske zu Hause zu üben

Hay naku. Jedes Mal. Jedes einzelne Mal, wenn ich eine Gruppe Open Water Schüler (Open Water Students) mitnehme, ist einer dabei.

Du weißt, wer du bist. Du hast die glänzenden neuen Flossen. Du hast den Tauchcomputer (Dive Computer), der mehr kostet als mein erstes Motorrad. Auf dem Boot siehst du aus wie ein Navy SEAL. Aber in dem Moment, in dem wir auf fünf Meter abtauchen und ich das Signal für „Maskenflutung“ (Mask Flood) gebe, sehe ich, wie deine Augen weit werden. Ich sehe die Panik.

Du reißt dir die Maske vom Gesicht. Du schießt nach oben wie eine Polaris-Rakete. Du riskierst deine Lungen. Du ruinierst den Tauchgang. Und wofür? Für ein bisschen Salzwasser in der Nase?

Sus maryosep. Hör auf Tatay Santiago.

Das Ausblasen der Maske (Mask Clearing) ist kein Zaubertrick. Es ist keine Raketenwissenschaft. Es ist grundlegendes Überleben. Wenn du deine Maske nicht ausblasen kannst, hast du unter Wasser nichts zu suchen. Dem Ozean ist deine teure Ausrüstung egal. Der Ozean ist schwer, nass und unerbittlich.

Aber mach dir keine Sorgen. Ich bin mürrisch, weil ich mich sorge. Ich will dich nicht aus dem Wasser fischen müssen. Ich will, dass du die Haie siehst, nicht das Innere einer Druckkammer (Hyperbaric Chamber).

Heute sprechen wir darüber, warum du würgst. Wir sprechen über die einfache Physik. Und ich gebe dir drei Übungen für dein Badezimmer. Kein Ozean nötig. Nur Disziplin.

Panischer Taucher unter Wasser

Die Physik: Luft verdrängt Wasser

Warum ist das so schwer für dich? Schauen wir uns die Mechanik an.

Die Maske ist ein starrer Luftraum. Wenn Wasser eindringt, sammelt es sich unten. Wasser ist schwerer als Luft. Schwerkraft. Ganz einfach.

Um das Wasser herauszubekommen, musst du es durch Luft ersetzen. Woher kommt die Luft? Aus deiner Lunge. Durch deine Nase.

Wenn du durch die Nase in die Maske ausatmest, steigt die Luft nach oben in der Maske. Sie drückt nach unten. Wenn der untere Rand der Dichtlippe (Skirt) fest versiegelt ist, baut sich Druck auf und die Maske hebt von deinem Gesicht ab. Das ist ein Durcheinander.

Also nutzen wir die Physik.

  1. Nach oben schauen: Dadurch wird der untere Teil der Maske zum tiefsten Punkt. Die Schwerkraft hält das Wasser dort.
  2. Oberen Rahmen drücken: Das hält den oberen Teil dicht, damit keine Luft zu deinen Augen entweichen kann.
  3. Durch die Nase ausatmen: Die Luft füllt die Maske und verdrängt das Wasser. Das Wasser hat keinen anderen Weg als unten an der Dichtlippe (Skirt) heraus.

Es ist Verdrängung (Displacement). Wie wenn man Bier in ein Glas gießt, das schon voll mit Wasser ist. Das Bier drückt das Wasser raus. Nur dass hier die Luft den Ozean rausdrückt.

Warum du würgst (Das Nasen-Problem)

Du würgst, weil du einatmest.

Ich weiß, das klingt dumm. „Santiago, warum sollte ich Wasser einatmen?“

Weil du ein Säugetier bist. Du bist kein Fisch. Wenn kaltes Wasser deine Nase trifft, schreit dein Gehirn „GEFAHR!“. Das ist der Tauchreflex (Mammalian Dive Reflex). Aber manchmal schnappen Anfänger nach Luft, anstatt den Atem anzuhalten. Das ist Instinkt.

Außerdem benutzen viele von euch den Mund zum Pusten. Ihr denkt, ihr pustet durch die Nase, aber ihr macht nur ein Gesicht. Ihr müsst das Atmen durch den Mund vom Atmen durch die Nase entkoppeln, trennen.

Wenn du Wasser in der Maske hast und durch die Nase einatmest? Dann bekommst du eine Salzwasser-Nasenspülung. Das brennt. Dann hustest du. Dann verlierst du den Atemregler (Regulator). Dann erschreckst du die Schildkröten.

Methode 1: Die „Batya“-Übung (Das Schambecken)

Du musst nicht für eine Pool-Session bezahlen, um das zu beheben. Du brauchst ein Plastikbecken. Eine Batya. Oder eine große Salatschüssel, wenn du vornehm bist.

Der Aufbau: Füll das Becken mit Leitungswasser. Stell es auf den Küchentisch.

Die Übung:

  1. Setz die Maske noch nicht auf.
  2. Nimm deinen Atemregler (Regulator) oder einen Schnorchel (Snorkel) in den Mund. Wenn du keinen hast, kauf einen billigen Schnorchel. Sei nicht kuripot (geizig). Benutz keinen Gartenschlauch, das ist schmutzig und gefährlich. Benutz richtige Ausrüstung.
  3. Tauch dein Gesicht in das Wasser. Halte die Schnorchelspitze über Wasser.
  4. Atme durch den Mund ein.
  5. Atme durch die NASE aus.

Mach das 10 Minuten lang. Mund ein. Nase aus. Mund ein. Nase aus.

Du wirst Blasen sehen. Wenn du keine Blasen aus deiner Nase kommen siehst, schummelst du.

Sobald du dich wohlfühlst, setz die Maske auf.

  1. Gesicht ins Wasser.
  2. Zieh die Dichtlippe (Skirt) der Maske leicht auf, um Wasser reinzulassen. Füll sie auf.
  3. Jetzt übe das Ausblasen. Drück den oberen Rahmen, schau leicht nach oben (nimm den Kopf nicht aus dem Wasser), pust kräftig durch die Nase.

Das Ziel ist, ruhig zu bleiben, während deine Nase nass ist. Das ist das Geheimnis. Wenn du mit einer Nase voll Wasser dasitzen und fernsehen kannst, bist du ein Taucher. Wenn du panisch wirst, bist du nur ein Schwimmer mit teurem Spielzeug.

Taucher übt in einem Becken

Methode 2: Die Dusch-Folter

Das ist für diejenigen, die Angst davor haben, dass das Wasser in den Augen brennt.

Einige von euch tragen Kontaktlinsen. Einige von euch haben empfindliche Augen. Ich verstehe das. Aber der Ozean ist salzig. Es passiert nun mal.

Wenn du duschst, schließ deine Augen. Lass das Wasser über dein Gesicht laufen. Nimm jetzt den Schnorchel (Snorkel) in den Mund.

Atme durch den Mund, während das Wasser dein Gesicht trifft. Jetzt öffne deine Augen.

Ja. Öffne sie. Das Leitungswasser ist nicht salzig, aber es gewöhnt dich an das Gefühl von Wasser auf den Augäpfeln. Viele Taucher geraten in Panik, weil sie nicht klar sehen können, wenn die Maske volläuft. Alles ist verschwommen.

Gewöhn dich an das Verschwommene.

Die fortgeschrittene Dusch-Übung: Trag deine Maske in der Dusche. Lass sie vollaufen. Blase sie im Stehen aus. Mach das, bis es dich langweilt. Langeweile ist gut. Langeweile bedeutet keine Panik.

Ich erinnere mich an einen Schüler, ein riesiger Kerl aus Texas. Stark wie ein Wasserbüffel (Carabao). Aber Wasser in der Nase brachte ihn zum Weinen. Ich sagte ihm, er solle eine Woche lang jeden Tag seine Maske in der Dusche tragen. Seine Frau dachte, er sei verrückt. Aber beim nächsten Tauchtrip? Er hat seine Maske ausgeblasen wie ein Profi.

Methode 3: Der TV-Zuschauer (Trockenes Muskengedächtnis)

Manchmal ist nicht das Wasser das Problem. Es sind die Hände.

Du bist unter Wasser. Du bist schwerelos (Weightless). Du bist verwirrt. Wo ist oben? Wo sind meine Hände? Du greifst die Maske und ziehst sie von deinem Gesicht weg. FALSCH.

Wenn du die Maske wegziehst, lässt du nur noch mehr Wasser rein. Du darfst nur die untere Dichtlippe (Skirt) leicht anheben oder einfach den Luftdruck die Arbeit machen lassen.

Setz dich auf dein Sofa. Setz deine Maske auf. Schau deine Lieblingssendung. Jedes Mal, wenn Werbung kommt (oder alle 5 Minuten beim Streamen), mach die Bewegung:

  1. Tief durch den Mund einatmen.
  2. Handplatzierung: Zwei Finger auf den oberen Rahmen (Stirn). Berühre den unteren Teil nicht.
  3. Kopf in den Nacken legen. Schau an die Decke.
  4. NASE AUSATMEN. LANG. KRÄFTIG. Als würdest du versuchen, einen Popel quer durch den Raum zu blasen.

Baue das Muskengedächtnis (Muscle Memory) auf. Oben drücken. Kopf neigen. Nase blasen.

Wenn du das 50-mal an Land machst, wissen deine Hände, was zu tun ist, wenn dein Gehirn unter Wasser einfriert.

Taucher prüft Ausrüstung

Analyse häufiger Fehler

Schauen wir uns die Daten an. Ich unterrichte seit 1985. Das sind die Zahlen.

FehlerWas passiertDie Lösung
Nach unten schauenLuft bleibt im hinteren Teil der Maske gefangen. Wasser bleibt bei der Nase. Du würgst.Schau zur Oberfläche! Schau in die Sonne!
Zu kurzer AtemzugDu machst nur „pfft“ mit der Nase. Nicht genug Luft, um das Wasser zu verdrängen.HAAAAAAA! Eine lange, kontinuierliche Ausatmung.
Mund-AusatmungDie Maske beschlägt, der Atemregler vibriert, aber das Wasser bleibt in der Maske.Mund zu. Benutz die Nase.
Zu enges MaskenbandDu denkst, fester ist besser. Nein. Zu fest verformt die Silikon-Dichtlippe. Sie leckt mehr.Locker lassen. Sie sollte auf deinem Gesicht schweben.

Der „Schnurrbart“-Faktor

Ah, die Männer mit den Gesichtshaaren. So wie ich. Wenn du einen Schnurrbart hast, hast du ein Leck. Die Haare unterbrechen die Silikondichtung (Silicone Seal). Du hast drei Möglichkeiten:

  1. Rasieren. (Das werde ich niemals tun).
  2. Benutze ordentliches Silikonfett (Maskensealant) auf dem Schnurrbart. Benutze keine Vaseline (Petroleum Jelly), sie frisst die Silikon-Dichtlippe deiner teuren Maske auf.
  3. Akzeptiere, dass du immer ein bisschen Wasser in der Maske haben wirst.

Ich wähle Nummer 3. Ich bin ein Taucher. Ich bin sowieso nass. Ein bisschen Wasser unten in der Nasentasche ist okay. Blas es einfach alle paar Minuten aus. Sei kein Baby.

Nahaufnahme eines alten Tauchergesichts

Ein letztes Wort von Tatay

Ich erinnere mich an einen Tauchgang in Corón. Tiefes Wrack (Wreck). Sehr dunkel. Das Maskenband meines Buddys riss. Bam. Maske weg. Er schoss nicht nach oben. Er geriet nicht in Panik. Er wechselte zu seiner Ersatzmaske in seiner Tasche. Er setzte sie auf. Er blies sie aus. Er prüfte seine Luft. Er gab mir das „OK“-Zeichen. Er war ruhig, weil er geübt hatte.

Du übst diese drei Dinge zu Hause. Das Becken. Die Dusche. Das Sofa. Komm nicht auf mein Boot und erzähl mir, du hättest „vergessen“, wie man ausbläst. Der Ozean verzeiht kein Vergessen.

Meistere die Grundlagen. Dann können wir darüber reden, nach den Fuchshaien (Thresher Sharks) zu suchen.

Und jetzt geh und hol einen Eimer.