Erster Tauchtrip ins Ausland? Pack schlau oder zahl den Preis
Hör auf, nutzloses Spielzeug mitzuschleppen, und lern, wie man seine Ausrüstung richtig verpackt. Hier ist die einzige Checkliste, die du brauchst, um den Flughafen zu überleben und unter Wasser zu kommen, ohne deinen Atemregler zu verlieren.

Hay naku. Jedes Mal am Flughafen in Manila sehe ich sie. Die neuen Taucher. Es sieht aus, als würden sie das ganze Haus mitnehmen. Drei Koffer. Ein Rucksack so groß wie ein Wasserbüffel (Carabao). Hartschalenkoffer, die mehr kosten als mein erstes Boot. Sie stehen schwitzend am Check-in-Schalter und streiten mit dem armen Mädchen hinter dem Tresen wegen zwei Kilo Übergewicht.
Sus. Es tut weh, das zu sehen.
Du gehst unter Wasser, nicht auf den Mond. Du denkst, weil du eine glänzende neue Zertifizierungskarte hast, bist du bereit für die Welt? Vielleicht. Aber wenn du nicht weißt, wie man packt, ist dein Trip vorbei, bevor du das Salzwasser überhaupt riechen kannst.
Ich tauche schon, seit bevor du geboren wurdest. Ich bin an Orte gereist, wo es keinen Strom gibt, nur Dieselgeneratoren und schlechten Kaffee. Ich habe es auf die harte Tour gelernt. Einmal, 1989, bin ich nach Sipadan gefahren. Meine Tasche kam nicht an. Ich bin in geliehenen Shorts und einem BCD (Tarierjacket), das leckte, getaucht. Nie wieder.
Du willst zum Tauchen verreisen? Dann hör auf Tatay Santiago. Lass das schicke Spielzeug zu Hause. Pack ein, was deinen Tauchgang rettet.
Die Philosophie: Brauchen vs. Wollen
Zuerst müssen wir dein Gehirn reparieren. Du willst alles mitbringen. Du willst den riesigen Krachmacher (Shaker), um die Haie zu schütteln. Du willst den Zeigestab, um an Nacktschnecken herumzupuken (mach das nicht, oder ich puke dich an). Du willst drei verschiedene GoPro-Halterungen.
Hör auf damit.
Wenn du ins Ausland reist, besonders an Orte wie Indonesien, die Philippinen oder Thailand, musst du minimalistisch sein. Schwere Taschen machen dich müde. Müde Taucher machen Fehler. Fehler in 30 Metern Tiefe sind nicht gut.
Frag dich selbst: „Wenn das kaputtgeht, werde ich weinen?“ Wenn die Antwort ja ist, pack ein Ersatzteil ein. Wenn die Antwort nein ist, lass es zu Hause.
Das „Save Your Dive“-Kit (Nicht das Spielzeug)
Ihr Leute liebt eure Split-Flossen (Split Fins). Ihr liebt eure Unterwasser-Shaker, um die Fische zu nerven. Aber wenn du auf einem Safariboot (Liveaboard) mitten in der Sulu-See bist, sind diese Dinge nutzlos.
Weißt du, was einen Tauchgang stoppt? Ein zehn Cent großes Stück Gummi.
Wenn du ins Ausland gehst, bist du weit weg von deinem lokalen Tauchshop. Du kannst nicht einfach in den Laden rennen. Du brauchst ein „Save a Dive“-Kit. Aber halt es einfach. Bring nicht eine ganze Mechaniker-Werkstatt mit.
Die heilige Dreifaltigkeit der Ersatzteile
- O-Ringe (O-rings): Ich kann das nicht oft genug sagen. Bring O-Ringe mit. Tankventil-O-Ringe (Standard-Bügelanschluss). O-Ringe für den Hochdruckschlauch. Bewahr sie in einer kleinen Plastikbox auf. Wenn dein Tank auf dem Bootsdeck zischt wie eine wütende Schlange, wirst du der Held sein. Oder du setzt den Tauchgang aus und weinst. Deine Wahl.
- Maskenband (Mask strap): Silikon reißt. Das passiert. Meistens genau dann, wenn du die Maske aufsetzt, um ins Wasser zu springen. Wenn du keinen Ersatz hast, musst du Kabelbinder oder Klebeband benutzen. Das zieht an den Haaren. Es tut weh. Kauf einfach ein Ersatzband.
- Batterien: Dein Tauchcomputer. Deine Lampe. Sogar deine schicke Kamera. Batterien sterben. Kaltes Wasser tötet sie schneller. In den Philippinen ist es warm, aber vielleicht gehst du irgendwohin, wo es kalt ist? Bring Ersatz mit. Und um Gottes Willen, kauf keine billigen Batterien. Kauf die guten.
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Bring außerdem Kabelbinder (Zip-ties) mit. Die aus Plastik. Die reparieren alles. Kaputte Flossenschnalle? Kabelbinder. BCD-Clip abgebrochen? Kabelbinder. Mundstück locker? Kabelbinder. Ich habe einmal einen Bootsmotor mit Kabelbindern und Gebeten repariert. Es funktioniert.
Schütze die teure Ausrüstung: Atemregler und Kameras
Hör mir sehr genau zu.
Checke niemals deinen Atemregler (Regulator) ein.
Ich habe gesehen, wie Gepäckabfertiger arbeiten. Ich habe Freunde, die am NAIA arbeiten. Denen ist dein Scubapro Mk25 egal. Sie sehen eine Tasche, sie werfen die Tasche. Das ist Sport für sie.
Wenn du deinen Atemregler in das aufgegebene Gepäck legst, spielst du Glücksspiel. Wenn die erste Stufe verbogen wird oder das Manometer reißt, musst du Ausrüstung leihen. Und Leihausrüstung schmeckt meistens wie das Frühstück von jemand anderem.
Die Handgepäck-Regel
Dein Atemregler kommt ins Handgepäck. Immer. Roll die Schläuche vorsichtig auf. Knick sie nicht. Ich benutze eine gepolsterte Atemreglertasche, rund wie eine Pizza. Das schützt die Schläuche.
Dein Tauchcomputer kommt ins Handgepäck. Der Frachtraum eines Flugzeugs wird sehr kalt. Manchmal gefriert es. Das kann den Drucksensor durcheinanderbringen oder die Batterie einiger Computer leeren. Behalt ihn bei dir in der Kabine.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Lithium-Batterien (für deine Lampen oder Kamera) MÜSSEN ins Handgepäck. Das ist internationales Gesetz. Wenn du lose Lithium-Batterien in dein aufgegebenes Gepäck legst, wird die Sicherheit deine Tasche öffnen, sie rausholen und wegwerfen. Dann hast du kein Licht für den Nachttauchgang. Viel Glück.
Das Kamera-Problem
Ihr jungen Leute und eure Kameras. Ihr gebt 5.000 $ für ein Kamera-Setup aus, aber könnt eure Tarierung (Buoyancy) nicht kontrollieren. Ihr tretet gegen die Korallen, während ihr ein Foto von einer Seeschnecke macht. Hay naku.
Aber wenn du die große Kamera mitbringen musst, musst du sie richtig packen.
Baue sie nicht zusammen.
Nimm das Gehäuse (Housing) auseinander. Entferne die O-Ringe aus dem Gehäuse, damit sie während des Fluges nicht zusammengedrückt werden. Tu die O-Ringe in eine kleine Tüte mit Fett.
Wickel den Kamerabody in deine Kleidung. Deine T-Shirts sind die beste Luftpolsterfolie. Pack das Gehäuse in die Mitte deines Hartschalenkoffers, falls du es einchecken musst, umgeben von deinem Neoprenanzug. Der Anzug ist dickes Neopren. Er ist gemacht, um dich vor Kälte zu schützen, er wird dein Gehäuse vor den Gepäckwerfern schützen.
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Aufgegebenes Gepäck: Das Tetris-Spiel
Nun zur großen Tasche. Das Check-in-Gepäck.
Prüf zuerst die Regeln der Fluggesellschaft. Jede Airline ist anders. Einige sind großzügig. Philippine Airlines gibt manchmal extra für Sportgepäck, wenn man lächelt und höflich fragt. Andere? Die berechnen dir jedes Kilo, als würdest du Gold kaufen.
Tipp: Druck die Gepäckbestimmungen aus. Manchmal kennt das Personal am Schalter die eigenen Regeln nicht. Wenn auf der Website steht „10 kg extra für Tauchausrüstung“, druckst du diese Seite aus. Du zeigst sie ihnen. Sei höflich, aber bestimmt. Wie ein guter Dive Master.
Die Wetsuit-Burrito-Methode
So packt Santiago. Ich nenne es den Burrito.
- Die Basis: Leg dein BCD flach auf den Boden der Tasche. Es ist das Rückgrat.
- Die Wände: Pack deine Flossen an die Seiten. Sie wirken wie ein Rahmen. Starr. Stark. (Außer du hast diese dämlichen Split-Flossen, die herumwabbeln wie nasse Nudeln. Die schützen gar nichts).
- Die Füllung: Nimm deinen Neoprenanzug. Leg ihn flach hin. Pack deine empfindlichen Sachen in die Mitte. Deine Maske (in ihrer Box!). Deinen Schnorchel (falls du einen benutzt, ich nicht).
- Die Rolle: Roll den Anzug um sie herum. Fest. Wie eine Lumpia (Frühlingsrolle).
- Die Platzierung: Leg diese Rolle in das BCD.
Das schützt alles. Es spart Platz. Es verhindert, dass Dinge herumrutschen.
Eine Warnung zu Tauchmessern
Pack dein Tauchmesser nicht ins Handgepäck.
Ich habe in Cebu einen Touristen gesehen, der verhaftet wurde, weil er sein Titanmesser in seinem Rucksack vergessen hatte. Er hat seinen Flug verpasst. Er hat das Boot verpasst. Er hat den ganzen Trip verpasst. Pack das Messer in das aufgegebene Gepäck. Wickel die Spitze ein, damit sie nicht durch deine Tasche sticht und den Gepäckabfertiger ersticht.
Gewichtsverteilung
Denk dran, deine Tasche hat ein Gewichtslimit. Meistens 23 kg oder 30 kg.
Tauchausrüstung ist schwer. Gummiflossen sind schwer. Eine Backplate mit Wing? Sehr schwer.
Wenn du nah am Limit bist, nimm die schweren kleinen Dinge raus. Pack deine schweren Metall-Clips in deinen Rucksack. Zieh deine schwersten Klamotten im Flugzeug an. Ich trage immer meine Jacke. Sie hat große Taschen. Da passt viel rein, wenn die Dame am Schalter sagt, meine Tasche sei zu schwer.
Der Papierkram (Langweilig, aber notwendig)
Du denkst, weil du die digitale Karte auf deinem Handy hast, bist du sicher.
Was passiert, wenn du auf einer abgelegenen Insel in Indonesien landest und es kein Internet gibt? Was passiert, wenn dir dein Handy am Flughafen in die Toilette fällt?
Ich sehe das ständig. „Oh Tatay Santiago, ich kann dir meine Advanced Open Water Karte nicht zeigen, das WLAN ist langsam.“
Keine Karte, kein Tieftauchgang. Das ist meine Regel.
Digital ist gut, Papier ist besser
- Screenshots: Mach einen Screenshot deiner Brevet-Karten. Speichere ihn in der Fotogalerie deines Handys. Verlass dich nicht darauf, dass die PADI- oder SSI-App öffnet, wenn du null Empfang hast.
- Versicherung: Tauchen ist sicher, wenn man nicht dumm ist. Aber Unfälle passieren. Dekompressionskrankheit (Decompression sickness) schert sich nicht darum, wie reich du bist. Eine Fahrt in der Druckkammer kostet Tausende von Dollar. Hubschrauber-Evakuierung? Verkauf dein Haus. Du brauchst eine Tauchversicherung (DAN ist gut). Lade das PDF-Zertifikat herunter. Speichere es offline.
- Das „Notfallblatt“: Ich habe eine kleine laminierte Karte in meinem Portemonnaie. Da stehen meine Blutgruppe, meine Versicherungsnummer und die Notfallnummer der örtlichen Druckkammer meines Reiseziels drauf. Ich gebe meinem Tauchbuddy eine Kopie. Wenn ich bewusstlos bin, sollen sie wissen, wen sie anrufen müssen.
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Santiagos „Kein-Quatsch“-Checkliste vs. Die Touristen-Checkliste
Ich habe eine Tabelle für dich gemacht. Weil ich weiß, dass ihr lieber auf Listen starrt, statt meinen Geschichten zuzuhören.
| Gegenstand | Der Touristen-Packer (Falsch) | Santiagos Weg (Richtig) |
|---|---|---|
| Flossen | Split-Flossen, weiß, sehr lang. | Jet Fins oder schwere Gummiflossen. Passt leicht in die Tasche. |
| Maske | Lose in die Tasche geworfen. Glas zerkratzt. | In einer festen Box. Ersatzband an die Box geklebt. |
| Atemregler | Im weichen Koffer eingecheckt. Zerquetscht. | Nur Handgepäck. In einer gepolsterten Tasche. |
| Anzug | 3mm Shorty für kaltes Wasser. Zitternd. | 5mm Vollanzug. Ich bin lieber warm als cool. |
| Ersatzteile | Nichts. „Der Shop wird es schon haben.“ | O-Ringe, Kabelbinder, Maskenband, Mundstück. |
| Kleidung | 10 Outfits für das Abendessen. High Heels. | 3 T-shirts, 2 Boardshorts. Du bist auf einem Boot! |
| Hygiene | Große Flaschen Shampoo. Läuft über Ausrüstung aus. | Festes Seifenstück. Sonnencreme (Nur Reef Safe!). |
Letzte Worte der Weisheit
Wenn du reist, repräsentierst du uns. Du repräsentierst die Tauchgemeinschaft.
Sei nicht der Taucher, der zu spät zum Boot kommt, weil er seinen linken Füßling (Bootie) sucht. Sei nicht der Taucher, der der Fluggesellschaft die Schuld gibt, weil er seinen Glas-Dome-Port direkt neben seine Bleigewichte gepackt hat.
Pack mit Absicht. Visualisiere deinen Tauchgang.
Wenn ich packe, schließe ich meine Augen. Ich stelle mir vor, wie ich aufs Boot gehe. Ich stelle mir vor, wie ich meinen Tank fertig mache. Tank, BCD, Regler, anschließen. Was brauche ich? Maske, Flossen, Füßlinge. Was, wenn es kaputtgeht? Ersatzteile.
Es ist eine mentale Übung. Es beruhigt den Geist.
Und bitte, check das Wetter. Wenn in den Philippinen Taifun-Saison ist, komm nicht her und beschwer dich über den Regen. Es sind die Tropen. Es regnet. Den Fischen ist es egal, sie sind eh schon nass.
Pack leicht, pack schlau, und vielleicht, nur vielleicht, sehe ich dich unter Wasser, ohne den Kopf zu schütteln.
Jetzt geh. Check deine O-Ringe.
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